Ein Buch für alle, die Bücher lieben, dessen Titel aber nicht genannt werden darf

Ich liebe Bücher, in denen Bücher eine Rolle spielen. Aber ich mag keinen Lavendel. Vielleicht weil ich sofort an diese kleinen Säckchen denke, die man sich in den Kleiderschrank hängen kann um Motten fernzuhalten. Vielleicht auch weil ich noch nie in der Provence war und Lavendel in riesigen duftenden Feldern erlebt habe.
Ein Buch, das „Lavendel“ im Titel trägt, hat bei mir also so gut wie keine Chance. Selbst wenn Bücher drin vorkommen. Wenn dann noch das Cover kitschig aussieht und der Titel in Schnörkelschrift daherkommt…never!

Es brauchte also etwas Überzeugungskunst seitens einer befreundeten Buchhändlerin, damit ich es doch lese. Lacht ruhig, aber ich habe es mir als e-book gekauft, weil ich das Cover beim Lesen nicht die ganze Zeit über sehen, bzw. in der Hand halten wollte.

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Angefangen auf Seite 2 ist dieses Buch wunderschön. Und da ich einige Jahre in einem Verlag gearbeitet habe, weiß ich, dass sich Verlage manchmal über die Titel-Vorstellungen der Autoren hinwegsetzen und diese nur wenig Mitbestimmungsrecht haben, was die Covergestaltung angeht. Nina George hat also einen fantastischen Job gemacht und ein tolles Buch geschrieben.

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Den Inhalt kann ich nicht besser zusammenfassen als es der Klappentext tut:

„Er weiß genau, welches Buch welche Krankheit der Seele lindert: Auf seinem Bücherschiff, der »literarischen Apotheke«, verkauft der Pariser Buchhändler Jean Perdu Romane wie Medizin fürs Leben. Nur sich selbst weiß er nicht zu heilen, seit jener Nacht vor 21 Jahren, als die schöne Provenzalin Manon ging, während er schlief. Sie ließ nichts zurück außer einem Brief – den Perdu nie zu lesen wagte. Bis zu diesem Sommer. Dem Sommer, der alles verändert und Monsieur Perdu aus der kleinen Rue Montagnard auf eine Reise in die Erinnerung führt, in das Herz der Provence und zurück ins Leben.“

Spätestens ab Seite 4 habe ich mich geärgert, dass ich mich für die e-book Version entschieden hatte. Ich hätte zu gern jeden dritten Satz unterstrichen oder mir zumindest ein kleines Ausrufezeichen an den Rand gemalt. Ein Bonmot hier, ein schönes Wortbild da… Sätze wie „Manche Bücher werden nur für einen einzigen Menschen geschrieben.“ schreien danach, im Gedächtnis bleiben zu wollen…

Aus der Seele spricht mir die Hamburger Morgenpost:
„Eines der Bücher, bei dem man sich schon beim Lesen überlegt, wem man das unbedingt schenken muss. Denn: Es macht glücklich und gehört in jede gut sortierte literarische Apotheke.“ (Hamburger Morgenpost, 16.05.2013)

Eine Rezensentin bei amazon beschreibt das Buch so schön als: „seele-auftankend, weise, entspannend“. Ich finde sie hat recht.

Das titelgebende Lavendelzimmer spielt übrigens nur eine untergeordnete Rolle, beziehungsweise es würde anders heißen können, wenn Manon nicht in der Provence aufgewachsen wäre und die Farbe des Lavendels zu ihrer Lieblingsfarbe geworden wäre.

Mein Fazit:
Eine unbedingte Schenkempfehlung an alle Menschen, die Bücher lieben. Nicht nur, aber hauptsächlich für Frauen. Wenn diese dann auch noch Frankreich-Fans sind, kann ich euch garantieren, dass das Geschenk gut ankommt. Vielleicht schenkt ihr einfach einen schönen Buchumschlag dazu, damit das kitschige Cover nicht abschreckt. Oder findet ihr das gar nicht so kitschig?

Nina George
„Das Lavendelzimmer“
Droemer Knaur Verlag
ISBN (gebundene Ausgabe): 978-3426652688.
Auch als e-book erhältlich.

Achja, und sollte ich mir jemals eine Katze zulegen, werde ich sie auch Lindgren nennen.


Dies ist eine persönliche Empfehlung von mir, die nicht gesponsert wurde.

1 Kommentare zu “Ein Buch für alle, die Bücher lieben, dessen Titel aber nicht genannt werden darf

  1. Oh, das Buch hört sich echt gut an. Schade, dass ich auf meinem E-Book-Reader (diese Schreibweise habe ich auf meiner Lieblingsseite duden.de nachgeschaut) noch einige Bücher vor mir habe, muss also der gute alte Amazon-Wunschzettel herhalten :-) Es drückt Dich ganz fest aus Kölle, Deine Kathy

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