„Zeit statt Zeug“ + Buchtipp + Hörtipp

Kennt ihr schon die Aktion „Zeit statt Zeug“? Die Idee ist zwar nicht neu, aber, wie ich finde, sehr gut umgesetzt von der Kreativagentur Scholz und Volkmer aus Wiesbaden. Es geht darum, zu Weihnachten mehr gemeinsame Zeit statt irgendwelcher Gegenstände zu verschenken. Der Clou dabei: Man kann direkt von der Aktions-Webseite aus Gutscheine per Mail versenden, also auch ein ideales Last-Minute-Geschenk.

Stricken beibringen statt Pullover - eine Aktion von "Zeit statt Zeug" (c): Kreativagentur Scholz & Volkmer
Initiative „Zeit statt Zeug“: Stricken beibringen statt Pullover | Foto: Kreativagentur Scholz & Volkmer, Wiesbaden

Zeit statt Zeug hat schon ein paar tolle Vorschläge parat, wie z.B. „Zoobesuch statt Stofftier“, „Kochabend statt Kochbuch“ oder „Nackenmassage statt Schal“, aber man kann auch einen ganz individuellen Gutschein erstellen und versenden.

Hintergrund des Projekts ist die Tatsache, dass wir viel mehr kaufen als wir brauchen und dabei immer weniger Zeit (füreinander) haben. Es geht um Ressourcenschonung genauso wie um persönliches Glück.

Buchtipp

Warum Sie diesmal wirklich keine Weihnachtsgeschenke kaufen solltenLaut Autor Joel Waldfogel machen unsere gekauften Weihnachtsgeschenke sowieso längst nicht so viel Freude, wie wir immer annehmen. In seinem Buch „Warum Sie diesmal wirklich keine Weihnachtsgeschenke kaufen sollten“ (Verlag Antje Kunstmann), belegt er aus ökonomischer Sichtweise, dass Weihnachten „eine globale Orgie der Wertvernichtung“ ist. Auch Waldfogel rät zu effektivem Schenken und würde eine Initiative wie „Zeit statt Zeug“ wohl sehr begrüßen. Aufmerksam geworden bin ich auf dieses Buch übrigens durch die tolle Rezension von Petra (danke!), die den Blog hollightly.de schreibt.

Hörtipp

Ich habe mir dieses Jahr auch ein bisschen Zeit statt Zeug gewünscht, z.B. „kinderfrei“. Zeit für mich, während mein Sohn liebevoll beschäftigt wird und aufregende Zeit mit einem Lieblingsmenschen verbringt, sinnvoller geht’s kaum.
Starke Stücke. Johann Sebastian Bach: Das Weihnachts-OratoriumAndersherum verschenke ich selbst auch Zeit, nämlich einen gemeinsamen Besuch einer Aufführung des Weihnachtsoratoriums. Für mich ist das Weihnachts-Oratorium von Johann Sebastian Bach einfach ein Stück Weihnachten. Mir fehlt etwas, wenn ich nicht wenigstens Teile davon in der Adventszeit gehört habe. Und das, obwohl ich jahrelang keinerlei Ahnung hatte worum es da eigentlich geht. Mein Papa hat es oft mit dem Kirchenchor aufgeführt und ich habe gerne zugehört, schon als Kind, aber kaum ein Wort verstanden.
Nachdem ich das Hörspiel (+Musik) „Starke Stücke. Johann Sebastian Bach: Das Weihnachts-Oratorium“ (Igel Records) gehört habe, bin ich um einiges schlauer. Eigentlich ist die Mischung aus spannender Unterhaltung und Wissensvermittlung für Kinder (ab 8 Jahren) gedacht, aber für ahnungslose Erwachsene wie mich durchaus eine tolle Einführung. Man wird mitgenommen in eine Zeit vor fast dreihundert Jahren in die Thomasschule in Leipzig und in Bachs Komponierstube. Beim „Jauchzet, Frohlocket!“, den ersten Klängen des Oratoriums, lächeln das beschenkte Kind und ich jetzt ganz wissend in uns hinein und genießen verschwörerisch unsere gemeinsame Zeit, die wir nach dem Konzert noch auf dem Weihnachtsmarkt ausklingen lassen.


Dies ist eine persönliche Empfehlung von mir. Die CD „Starke Stücke. Johann Sebastian Bach: Das Weihnachts-Oratorium“ wurde mir vom Verlag kostenfrei zur Verfügung gestellt.

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